Blog über Versicherungen und Versicherungsschutz

Lebensversicherung verkaufen - was zu beachten ist

Jeden Lebensversicherungsvertrag kann man kündigen, aber nicht jeden verkaufen. Die Risikolebensversicherung, wie sie beispielsweise bei der Cumerius Management GmbH angeboten wird, ist ein Vertrag, der darauf abzielt, im Todesfalle Personen, die im Vertrag begünstigt werden, eine Geldsumme auszuzahlen. Wer einen solchen Vertrag geschlossen hat, kann ihn auch kündigen, eine Geldleistung durch die Versicherung wird nicht fällig. Ein Verkauf ist nicht möglich. Die Kapitallebensversicherung (auch kapitalbildende Lebensversicherung) verspricht zum Ende der Vertragslaufzeit entweder eine Rentenzahlung oder die einmalige Zahlung der vereinbarten Versicherungssumme. Eine Variante ist die fondsgebundene Lebensversicherung, bei der die Kapitalbildung durch den Erwerb von Fondsanteilen erfolgt. Die Kapitalbildung ist damit indirekt von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängig.  Die häufigste Form des Lebensversicherungsvertrages ist die Kopplung einer Risikolebensversicherung und einer Kapitallebensversicherung.   

Vor der Kündigung oder dem Verkauf einer Lebensversicherung sollte man sehr genau prüfen, ob dies der beste Weg ist. Eine Lebensversicherung ist ihrem Wesen nach eine sehr langfristige Geldanlage. So gut wie jeder, der eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen hat, zweifelt während der ersten 10 Laufzeitjahre an deren Sinn. In den ersten Jahren werden mit den Beiträgen überwiegend Gebühren verrechnet, sodass die Wertentwicklung sehr zu wünschen übrig lässt. Dies allein sollte für niemanden Grund sein, die Police zu kündigen oder zu verkaufen, es ändert sich von selbst. Wer durch einen Schicksalsschlag vorübergehend in Geldnöten ist, kann mit seiner Versicherung eine Aussetzung der Beitragszahlung vereinbaren. Wer dringend eine größere Summe benötigt, kann seinen Vertrag auch beleihen (entsprechender Wert vorausgesetzt). Nicht selten sind Lebensversicherungsverträge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Unfallversicherung verbunden. Auch wenn die Zahlung des Versicherungsbeitrages in einer Summe erfolgt, handelt es sich dabei stets um eigene, getrennt kündbare Verträge - deren Bestand nicht an die Lebensversicherung geknüpft ist. Denn Wegfall dieses Versicherungsschutzes sollte man aber genauestens abwägen.   

Der Rückkaufswert einer Lebensversicherung ist die Summe, die der erhält, der seinen Vertrag kündigt und ist § 169 Versicherungsvertragsgesetz geregelt. Er entwickelt sich in den ersten Jahren nur schleppend. Den genauen Betrag muss der, der seinen Vertrag verkaufen will, bei der Versicherungsgesellschaft erfragen.   

Die Wahrscheinlichkeit, eine Lebensversicherung verkaufen zu können, steigt, wenn der Rückkaufswert 10.000 Euro übersteigt und die Restlaufzeit mindestens 15 Jahre beträgt.  Der Erlös liegt aller Erfahrung nach etwas 5-15% höher als bei einer Kündigung.   

Unbedingt zu beachten ist, dass der Verkauf von Verträgen, die 2005 oder später abgeschlossen wurden, versteuert werden müssen. Für die Differenz zwischen eingezahlter Summe und Verkaufserlös fallen 25% Abgeltungssteuer an.   

Bei den Policenkäufern handelt es sich um einen sogenannten Zweitmarkt. Die seriösen Marktteilnehmer haben sich im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) organisiert. Wer auch immer mit dem Gedanken spielt, seine Lebensversicherung zu verkaufen, sollte sich fachkundig beraten lassen, ein Verlustgeschäft ist es immer.